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Mundenhof

Der „beinahe Umkircher“ Tier-Natur-Erlebnis-Park

Wer in Umkirch und Umgebung verweilt für ein paar Tage, sollte die Muße finden, um das Tiergehege der Stadt Freiburg, den Mundenhof, zu besuchen. Ein kleiner Spaziergang vom Umkirch aus, am Mühlenbach und an Fußball- und Tennisanlagen den Mundenhofer Weg entlang , und schon erreicht man die Fußgänger- und Fahrradbrücke über die A 5. Wenige hundert Meter weiter, und man kann schon gegenüber einer Pferdekoppel die putzigen Erdmännchen begrüßen. Leider ist vor zwei Jahren der letzte Braunbär verstorben. In sein leeres Steingehege kann man noch hinabblicken, für alte Mundenhof-Freunde ein eher trauriger Anblick. Der weitere Rundgang über den sehr ausgedehnten „Tier-Natur-Erlebnis-Park“ ist aber ein von Vitalität und Erlebnisfreude strotzendes Vergnügen. Junge Freiburger Familien mit ihren Kindern beleben die Wege an den Gehegen und Koppeln vorbei, die über 300 Haus- und Nutztiere sowie verschiedene Exoten aus aller Welt beherbergen. Kinder und Erwachsene erfreuen sich am fröhlichen Treiben der Gibbonaffen oder schauen mit Scheu auf die Uhus in den Bäumen des Geheges. Bisons und verschiedene Schweinerassen verströmen eine besondere Atmosphäre und lassen Natur zum sinnenfrohen Erlebnis werden. Es scheint, als ob die heutigen jungen Eltern als Kinder bereits hier an manchem Sonntagnachmittag die ersten Kontakte mit der Tierwelt erfahren hätten. Das naturpädagogische Projekt KonTiKi (Kontakt Tier-Kind) gehört zum Mundenhof ebenso, wie Spielflächen, Karussell, Bewirtungsangebote und manches Sehenswerte aus der Landwirtschaft, etwa eine alte Dreschmaschine im KonTiki-Bereich. Über das Jahr bietet der Mundenhof anlassbezogene Events, sei es an Weihnachten oder beim Kürbisschnitzen zu Halloween. Besonders attraktiv ist auch das Aquarienhaus mit seinen exotischen Fischen und dem Terrarium.
Der Mundenhof kostet keinen Eintritt, wenn man von Umkirch her zu Fuß oder mit dem Fahrrad kommt. Nur wer von der Stadt her über die Autostraßen anreist, muss für das Parken fünf Euro zahlen, die sich aber lohnen und dem Unterhalt des Parks zugutekommen. Der Mundenhof ist an 365 Tagen im Jahr geöffnet und zu jeder Zeit zugänglich. Er umfasst heute eine Fläche von 38 Hektar. Genug Platz also für eine Menge naturnaher Freizeit an der frischen Luft.

Was für Umkircher und ihre Gäste eine Besonderheit darstellt: Das Gelände des Mundenhofs lag auf Umkircher Gemarkung, obwohl es der Stadt Freiburg gehörte. Erst am 1. Januar 1978 wurde das Gelände im Tausch gegen eine kleinere Gemarkungsfläche westlich der Autobahn 5 der Stadt Freiburg zugeschlagen.
Ursprünglich war der Mundenhof, wie die alten Quellen sagen, ein Gutshof des Klosters St. Gallen, das offensichtlich schon im 9. Jahrhundert als „Muntichova“ erwähnt wird. Im späteren Mittelalter gehörte es dem Kloster in Freiburg-Günterstal. Als im Rahmen der Säkularisierung das Kloster 1806 aufgelöst wurde, fiel das Gut an das Großherzogtum Baden. Für die landwirtschaftliche Nutzung erwarb die Stadt Freiburg den Hof Ende des 19. Jahrhunderts. Zunächst wurden vom Mundenhof aus die sogenannten Freiburger „Rieselfelder“ bewirtschaftet, die früheren Kläranlagen der Stadt bis 1980. In den zwanziger Jahren des 20. Jahrhunderts umfasste der Mundenhof 320 Hektar Bewirtschaftungsfläche und war seinerzeit einer der größten Betriebe der Region. Bis in die siebziger Jahre des letzten Jahrhunderts hinein hielt man über 300 Milchkühe mit einer riesigen Milchproduktion. Daneben gab es eine große Schweinezucht und -mast. Mit der Schließung der Rieselfeld-Abwasserverarbeitung Mitte der achtziger Jahre wurde der landwirtschaftliche Großbetrieb zurückgefahren. Die wirtschaftlichen Bedingungen hatten sich so verschlechtert, dass sich die Fortsetzung nicht mehr lohnte. Es folgte die Umwandlung in einen ökologischen Musterbetrieb. Dieser erwirtschaftet seitdem einen Großteil des Futters und der Streu für den Tierpark.
Der Besuch des Mundenhofs bietet alles, was Auge, Nase, Herz und Sinne zum Erleben von Natur sich nur wünschen können, und macht zu jeder Jahreszeit viel Freude meint
Alf