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Wenn’s plätschert, schmeckt man den Süden

Wer von Umkirch aus in die „Breisgau-Metropole“ Freiburg will, gelangt mit einer der beiden Buslinien 31 und 32 bis zur Paduallee, um dann mit der Linie 1 der Straßenbahn in rund 20 Minuten am Bertoldsbrunnen im Stadtzentrum anzukommen. Viel schneller geht das mit dem PKW in weniger als zehn Minuten. Einziger Nachteil: Parkplätze gibt es in der Innenstadt nur in Parkhäusern. Kurzum, wir ziehen daher die Fahrt mit Bus und Straba vor, kommen entspannt mitten im regen geschäftigen Treiben der kleinen Großstadt an und genießen den Trubel zum Einkaufen, Schauen, Bummeln oder Verweilen.
Freiburgkenner tappen dabei nur selten in eines der zahlreichen Bächle, die als besondere Attraktion der Freiburger Innenstadt die Straßen zieren und fast das ganze Jahr über munter sprudelnd fließen. Als Papst Benedikt XVI. 2011 in Freiburg zu Gast war, fuhr die Ehefrau des ehemaligen Bundeskanzlers Helmut Kohl bei der Anfahrt zu einer Audienz mit dem Papst im Priesterseminar in ein Bächle. Das Fahrzeug konnte repariert und wieder für den Heimweg des Altkanzlers benutzt werden. Man sagt in Freiburg, wer bei einem Besuch in Freiburg versehentlich in ein Bächle tappt, der oder die werde eine gebürtige Freiburgerin oder einen gebürtigen Freiburger heiraten. Altkanzler Gerhard Schröder tappte im Juni 2001 während des deutsch-französischen Gipfels mit Jacques Chirac in ein Bächle, als er auf dem Weg zum Rathaus war. Allerdings ohne familiäre Folgen.
Die Bächle sind erstmals 1220 geschichtlich erwähnt und dienten früher wohl der Wasserversorgung. Die vorhandenen Trinkwasserbrunnen mussten im befestigten Stadtgebiet zwölf Meter tief sein bis zum Grundwasser und reichten für die Versorgung nicht aus. Für das Brauchwasser legte man daher wohl die Bächle an, die als „Wasser für alles“ im wahrsten Sinne des Wortes dienten und sehr bequem direkt an den Häusern zu erreichen waren. Sie dienten der Schmutzentsorgung, als Ersatz für Wasserspülung, Straßenreinigung, Viehtränke, Feuerlösch- und Waschwasser. Man stellt sich das vor, aber an den Geruch in der damaligen Stadt mag man dabei doch lieber nicht denken.
Vom Gewerbekanal abgeleitet, fließt das Wasser, das vorher aus der Dreisam abgeschlagen wird, etwa 500 Meter durch den Schlossberg in einem ein Meter hohen und breiten Kanalstollen mit 250 Litern Wasser pro Minute. Am Schwabentor in Oberlinden, dem höchsten Punkt, beginnt das Bächlesystem. Über 15 Kilometer lang ist das Bächlenetz, etwa ein Drittel davon verdeckt. Der tiefste Punkt liegt am Fahnenbergplatz. Archäologen meinen, dass die Altstadt für die Anlage der Bächle entsprechend schräg aufgeschüttet worden sei, wobei der Höhenunterschied von acht Metern für eine Neigung von einem Prozent von Ost nach West notwendig war. Bei den Bauarbeiten in der Salzstraße am Augustinermuseum von 2011 bis 2014 fand man zugeschüttete mittelalterliche Wohnungen, die weit unter dem heutigen Straßenniveau lagen.
Die stetig rinnenden und munter plätschernden Bächle sorgen in jeder Jahreszeit für Freiburgs außergewöhnlichen Charme. Vor allem an sonnigen Frühlings- und Sommertagen vermitteln sie den Flair einer mediterranen Stadt, die der Toskana menschlich und klimatisch wesentlich näher ist als dem deutschen Norden jenseits der Weißwurstlinie, meint zumindest

Alf